Übersicht: 2003 2004 2005 / 2006



Bauernzeitung, erschienen am 07.12.2005


Thüringer Allgemeine, erschienen am 12.10.2005


Vorschau


Thüringer Allgemeine, erschienen am 25.06.2005


Thüringer Allgemeine, erschienen am 21.06.2005


Thüringer Allgemeine, erschienen am 31.05.2005


Pressetext Mittsommerfest 2005


AWO-Zeitung

Thüringer Allgemeine, erschienen am 16.02.2005


Thüringer Allgemeine, erschienen am 01.02.2005

 

 

 



Bauernzeitung vom 07.12.05

Am 24. und 25. November trafen sich Vertreter der im Thüringer Begleitausschuss für das Operationelle Programm tätigen Einrichtungen, Verbände und Organisationen auf dem NaturErlebnisHof Hausen, um auf der Grundlage der Einschätzung der laufenden EU-Strukturfonds-Förderperiode Konsequenzen für die Umsetzung der ELER-Verordnung in Thüringen für den Förderzeitraum 2007 bis 2013 zu diskutieren.

Im Juli 2005 hat die Europäische Kommission die strategischen Leitlinien für die Kohäsionspolitik 2007 - 2013 im Entwurf vorgelegt. Der Rechtstext wurde von den EU-Agrarministern auf ihren Treffen am 19.09.05 verabschiedet. In den Mitgliedsstaaten und somit auch in Deutschland haben die Arbeiten zur Erstellung des Nationalen Strategischen Rahmenplans (NSR) begonnen. In den Bundesländern laufen die Vorbereitungen für die Erstellung der Operationellen Programme (OP) für die kommende Förderperiode. In Thüringen setzt man dabei auf das bewährte Prinzip der Einbeziehung der Wirtschafts-, Sozial- und Umweltpartner in Form von Arbeitsgruppentreffen, welche den Beratungen des Thüringer OP-Begleitausschusses vorgeschaltet sind. Das Treffen Ende November wurde vom Landesarbeitskreis "Landwirtschaft, ländlicher Raum und Umwelt" von BUND, NABU, GRÜNE LIGA und Thüringer Ökoherz e.V. organisiert und aus Mitteln der Technischen Hilfe der Europäischen Union und des Landes Thüringen finanziert.

Ort und Umfeld waren gut gewählt, zeigt doch der NaturErlebnisHof Hausen bei Arnstadt, wie fernab des selbstmitleidigen Klagens über das "Ausbluten" des ländlichen Raumes zukunftsträchtige Projekte entstehen können. Ralf Demmerle und Christina Peters, die mit Tochter, viel Enthusiasmus und voller Ideen vor drei Jahren aus einer westdeutschen Großstadt ins beschauliche Wipfratal zogen, haben aus dem ehemaligen Mühlengelände ein Schmuckstück mit gleich mehreren Standbeinen geschaffen. Der ökologisch bewirtschaftete Landwirtschaftsbetrieb hat sich auf Wasserbüffelhaltung und -zucht spezialisiert, Schweine, Geflügel, hofeigenes Getreide und Gemüse bilden die Basis für den 35-Betten-Herbergsbetrieb und das vielfältige Seminarangebot.

Um das reichhaltige und schmackhafte Angebot an Speisen und Getränken richtig auskosten zu können, wurde die Auftaktveranstaltung am Donnerstag Abend kurzerhand von der im Programm angekündigten Podiumsdiskussion im Tagungshaus zum Stammtischgespräch in der hofeigenen Gaststätte umdisponiert. Das kam sicher nicht nur den weitgereisten Referenten aus Brüssel und Bonn entgegen, die so hemdsärmlig entspannt in das Thema einführen konnten. Frank Leeb von der Generaldirektion Landwirtschaft der Europäischen Kommission sorgte mit seinen Ausführungen für das notwendige Hintergrundwissen, verschwieg aber auch nicht die aktuellen Probleme in der laufenden Programmierungsphase auf Grund der anhaltenden Uneinigkeiten auf Brüsseler Ebene über die Ausgestaltung der Finanzierung. Dirk Schubert von nova-Institut, der die Umweltverbände im bundesweiten Begleitausschuss vertritt und der die Bedingungen in Thüringen im Rahmen einer Ex-ante Evaluierung der laufenden Förderperiode sehr gut kennen gelernt hat, gab einen Überblick zum Stand der Programmplanung in den anderen Bundesländern. Dabei hatte er für die Mitstreiter in Thüringen so manchen guten Rat parat. Die Runde der Referenten wurde komplettiert vom EAGFL-Fondsverwalter aus dem Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt Wilm Dühring, dem Geschäftsführer des Thüringer Bauernverbandes Dr. Edgar Dänner und den Vertretern der Thüringer Umweltverbände im OP-Begleitausschuss Hardy Rößger und Dr. Frank Augsten. Gemeinsam sorgten sie für eine gute Grundlage für die Arbeit am nächsten Tag.

Der Freitag Vormittag stand zunächst im Zeichen der unterschiedlichen Einschätzungen der EU-Förderung im Bereich Landwirtschaft und ländlicher Raum in Thüringen. Die Referenten Leeb, Schubert, Dühring und Augsten legten die Sicht ihrer Einrichtungen bzw. Organisationen dar. Die auffällig große Übereinstimmung über das Geleistete konnte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es im Detail die altbekannten "Reibereien" vor allem zwischen Landwirtschaft und Umweltschutz gibt. So ließen es sich Astrid Paeger von der Agrargenossenschaft Schmalkalden und Gerold Schmidt von der Gäa nicht nehmen, in Entgegnung auf Dirk Schubert vor überzogenen Umweltauflagen im ländlichen Raum zu warnen. Frank Leeb machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass mit der EU-Wasserrahmen-Richtlinie und dem FFH-Nachfolger NATURA 2000 europäisches Ordnungsrecht einzuhalten wäre, der Spielraum der Länder in diesem Bereich deshalb sehr gering sei. Er rief dazu auf, die neue Verordnung zum ländlichen Raum nicht als Belastung, sondern als Chance zu sehen.

Auf Fragen eher technischer Art ging Herr Dühring mit seinen Ausführungen zum Stand der Programmplanung in Thüringen und die nächsten Schritte ein. Während das TMLNU mit der inhaltlichen Ausgestaltung im Plan liegt, fehlen die verbindlichen Finanzzusagen aus Brüssel, um dem Entwurf "Leben einzuhauchen". Herr Augsten warnte in seinem Vortrag vor "Verteilungskämpfen" um die ELER-Mittel. Vor allem die bislang ungeklärte Herangehensweise an die Finanzierung von NATURA 2000 lasse erahnen, dass hier noch Diskussionsbedarf besteht.

Ohne dies abschließend klären zu können, wurden die herausgearbeiteten Konfliktpunkte am Nachmittag in den beiden Arbeitsgruppen "Landwirtschaft" und "Ländlicher Raum" diskutiert. Letztere befasste sich vor allem mit Fragen der demografischen Entwicklung und den sich daraus ergebenden sozialen und Infrastruktur-Problemen. Zwischen den Teilnehmern herrschte weitgehend Einvernehmen darüber, dass der LEADER-Ansatz in der neuen ELER-Verordnung Chancen für zukunftsfähige Projekte im ländlichen Raum bietet, die Zukunftsperspektiven für die kommenden Generationen eröffnen. In diesem Sinne ist die inhaltliche Ausrichtung der ELER-Umsetzung in Thüringen an dieser Orientierung auszurichten. Die Arbeitsgruppe "Landwirtschaft" hatte sich die Aufgabe gestellt, Konsens- und Dissenspunkte zwischen den Beteiligten herauszuarbeiten. Während allen Teilnehmern die Sorge um den ländlichen Raum eigen ist, bestehen bezüglich der Schwerpunktsetzungen in der kommenden Förderperiode unterschiedliche Auffassungen. Da die knappen Mittel nur einmal ausgegeben werden können, steht zum Beispiel die bisherige Förderpraxis in der Dorferneuerung und im landwirtschaftlichen/forstwirtschaftlichen Wegebau in der Diskussion.

Das Fazit des Abschluss-Plenums war dann bei den über 40 Teilnehmern doch ziemlich einhellig: Der Workshop in Hausen ist ein wichtiger Beitrag für die Vorbereitung der ELER-Umsetzung in Thüringen. Die unterschiedlichen Positionen sollen in weiteren Gesprächen erörtert werden, um bei den entscheidenden Begleitausschusssitzungen gemeinsam für den ländlichen Raum in Thüringen zu streiten.

Dr. Frank Augsten/Thüringer Ökoherz e.V.

 

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TA vom 12.10.05

Mit 5 Tieren begann Ralf Demmerle, Bio-Landwirt in Hausen, seine Wasserbüffelzucht im Herbst 2004. Inzwischen ist die Herde auf stattliche 13 Tiere angewachsen.

Aber natürlich geht es nicht um Quantität. "Viel wichtiger ist es, durch Zukauf von passenden Tieren seinem Zuchtziel näherzukommen - was bei der begrenzten Anzahl von ca. 1000 Tieren in Deutschland nicht immer ganz leicht ist", erklärt der Landwirt. Umso mehr freut ihn der Erwerb einer großrahmigen, fleischbetonten Büffelkuh, mit der er den 1. Preis beim 4. Deutschen Büffeltag in Chursdorf (Sachsen) nach Hause(n) holte.

Kurz darauf am 4. Oktober kam Anton zur Welt. Seine junge Mutter stellt ebenfalls eine Besonderheit dar. "Eigentlich kalben Büffelkühe erst mit etwa 3 Jahren zum ersten mal, da Büffel einfach langsamer wachsen als Rinder," erklärt Herr Demmerle. Ausnahmen bestätigen die Regel, die gerade zweijährige Mutter ist bereits ausgewachsen und kümmert sich fürsorglich um ihr Kälbchen.

Eine weitere Überraschung gab es bei den Kamerunschafen. Unter sieben Lämmern ist ein "schwarzes Schaf", das nun aus der Herde heraussticht. Kameruner bekommen häufig zweimal im Jahr Lämmer, da sie nicht an den europäischen Vegetationszyklus angepasst sind. "Schafe aus unserer Gegend bekommen sinnvollerweise ihre Lämmer alle zum Winter. Die ersten Wochen ernähren sie sich von Muttermilch und sobald sie junges Grün verdauen können ist der Frühling eingekehrt", meint Christina Peters, Umweltpädagogin auf dem Hof. Schafe aus Kamerun finden in ihrem Ursprungsland andere Bedingungen vor, weshalb sie rund um das Jahr Lämmer bekommen. "Für die Schulklassen und Gäste, die uns besuchen, ist es natürlich schön, immer was Kleines beobachten zu können", aber sobald es zu kalt wird, kommen Mütter und Lämmer in den Stall. Im Moment genießen alle noch die Herbstsonne.

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"In den Wäldern sind Dinge über die Nachzudenken man jahrelang im Moos liegen könnte.“ (Franz Kafka)

Wer mit Kindern raus in die Natur geht, taucht ein in eine andere Welt. Eine Welt, die Spuren hinterlässt, bei den Kindern wie auch bei uns. Eine Welt, die herausfordert, sich auf Neues einzulassen und mit Veränderungen zu leben.

Diese Erfahrung teilte eine Gruppe von Erzieherinnen, Sozialpädagoginnen und einer Försterin im Rahmen der Fortbildung zur Naturpädagogin auf dem NaturErlebnishof Hausen. Bei strahlendem Herbstwetter startete am 10. Oktober der erste Kurs, dem im Laufe des nächsten Jahres noch drei weitere folgen. Die Fortbildung endet im Sommer nach erfolgreichem Kolloquium mit der Übergabe der Zertifikate, Träger der Fortbildung ist das AWO Bildungswerk in Erfurt.

Christina Peters, Referentin der Fortbildung, ist hocherfreut bereits zum zweiten mal eine Gruppe naturinteressierter Pädagogen durch das Jahr begleiten zu dürfen. "Es ist in der Tat meine Lieblingsfortbildung" - und das merken auch die Teilnehmerinnen. Trotz vollem Programm, manchmal bis in die Nacht, kommt keine Hektik auf, wie die Erzieherinnen angenehm überrascht feststellten. In der Natur herrschen andere Rhythmen.

Die erste Woche stand ganz im Zeichen des Herbstes. Altweibersommer, fliegende Spinnen, buntes Laub, Kunst unter freiem Himmel, Wildpflanzen im Herbst, Nachterlebnisse, Ernte und Erntedank. Doch neben den sichtbaren Phänomenen geht es in erster Linie darum, "die unsichtbaren Zusammenhänge zu verstehen" erklärt Frau Peters. Die Gesetzmäßigkeiten lebendiger Systeme sind uns fremd geworden, sie liegen nicht in unserem unmittelbaren Wahrnehmungsbereich und sind äußerst komplex. "Aber erst wer Systemkenntnisse besitzt kann auf komplizierte Fragen von Kindern einfache Antworten geben, die zum Nachdenken auffordern", meint die Umweltpädagogin.

Dass Kinder Natur brauchen ist inzwischen weit verbreitet. In Wald, Feld und Wiese können Kinder ihren Bewegungsdrang ausleben und dabei ihre Sinne schärfen. Sie machen elementare Naturerfahrungen mit Wasser, Erde, Tieren und Pflanzen, und erleben ihre eigenen Kräfte und Grenzen. Der Rhythmus der Jahreszeiten bietet immer wieder unzählige neue Blickwinkel und lädt zu kreativem Spiel ein. Dazu muss man nicht gleich ein Waldkindergarten sein, wie die Erfahrung aus der letztjährigen Fortbildung zeigt. Viele integrieren die neuen Kenntnisse ganz unterschiedlich in ihre Kindergartenpraxis, gestalten Naturtage oder regelmäßige Wochen rund ums Jahr, feiern Feste einmal anders, holen Naturmaterialien in den Kindergarten herein. "Wichtig ist nur", betont Christina Peters, "das Bildungspotential draussen auszuschöpfen. Mengen- und Farbenlehre, Sport und Kunst, ein chemisch-physikalisches Grundverständnis zu entwickeln ist in der Natur problemlos möglich. Anschauungsmaterial gibt es zur Genüge."

Die Resonanz war durchweg positiv - auch die Erwachsenen haben die Woche in der Natur genossen. "Ich nehme eine Menge Anregungen mit in meine Einrichtung und werde auch einiges gleich ausprobieren" erzählt Carmen Hoffmann begeistert. "So wird die Zeit kurzweilig bis zur nächsten Woche im Februar."

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"Vielleicht kommen 300, vielleicht auch 400 - so genau weiß man das nie". Mit diesen Worten klopfte Wolfram Sang, Mitorganisator der ISWI 2005, im Sommer 2003 an die Tore des NaturErlebnisHof - und rannte offene Türen ein.

Ein 100%iges Bio-Catering für 300 - 400 Studenten aus aller Welt zu organisieren - kein alltäglicher Auftrag, aber eine spannende Herausforderung für Ralf Demmerle, Bio-Landwirt und Christina Peters, Umweltpädagogin, die gemeinsam den NaturErlebnisHof Hausen betreiben. "Es hat mich sehr gefreut, dass die gegenwärtigen ökologischen Probleme unserer Gesellschaft in den Arbeitsgruppen nicht nur diskutiert werden, sondern gleichzeitig auch Alternativen vorgelebt werden. Das macht die Sache zu einer in sich stimmigen Veranstaltung. Daher gebührt den Organisatoren, die Wert auf eine Verpflegung mit biologisch erzeugten Lebensmitteln legen, große Anerkennung," betont Christina Peters.

Ökologie, Natur und Bio-Landbau anderen näher zu bringen ist auch sonst das Ziel, das sich die beiden auf dem NaturErlebnisHof gesetzt haben. In Kursen, Seminaren und Fortbildungen geht es stets um unser Verhältnis zur Natur, um Lebensstile und Nachhaltigkeit, "aber ohne den erhobenen Zeigefinger der 80er Jahre" schmunzelt Frau Peters. Lernen muss Spaß machen und dazu bietet der Hof zahlreiche Möglichkeiten. Die angenehmste Art Umwelt zu schützen besteht vermutlich darin, sich im gemütlichen Biergarten niederzulassen und hofeigene Pfefferbeißer zu verzehren. Denn auch dadurch entscheiden wir über die Haltung der Tiere und die Bewirtschaftung unserer Kulturlandschaft mit.

Die 360 Studenten der ISWI 2005 bekamen ihre Lunchpakete geliefert, die täglich in aller Frühe auf dem Hof frisch zubereitet wurden. "Alleine hätten wir das nie geschafft" meint Ralf Demmerle und freut sich über die gute Zusammenarbeit mit befreundeten Bio-Betrieben in der Region. Besonderer Dank gilt der Bio-Metzgerei Baumbach in Stadtilm für Aufschnitt und leckere Brötchen, dem Lebenshof Ettischleben für ihre Unterstützung beim Brotbacken, Biobauer Knauer für die Salami und natürlich den vielen Helfern beim Brötchen belegen. "Es hat großen Spaß gemacht" sagt Luise, Praktikantin auf dem NaturErlebnisHof. "Vor allem das gemütliche späte Frühstück nachdem man 360 Lunchpakete gepackt hat!"

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Thüringer Allgemeine, erschienen am 25.08.2005



Vergangene Woche war der NaturErlebnisHof einmal mehr Veranstalter eines Seminars für TeilnehmerInnen des Thüringenjahres (früher Freiwilliges ökologisches Jahr). Diesmal wurde neben den Themen Landwirtschaft und Ernährung auch das Feld "Medienarbeit“ näher beleuchtet.

"Ziel des Seminars ist es, dass die Teilnehmer am Ende der Woche mit einfachen Mitteln eine Internetseite erstellen können“, formulierte Uwe Börner, Projektleiter des Landschaftspflegeverbandes Thüringer Wald e.V., sein Anliegen. Die insgesamt 9 Seminarteilnehmer lernten unter professionellen Gesichtspunkten zu fotografieren, die Bilder am Computer zu bearbeiten und eine Internetseite zum Thema "Bio-Landwirtschaft und Ernährung“ zu erstellen. Natürlich bot der NaturErlebnisHof neben tollen Fotomotiven auch interessante Aspekte, Bio-Landwirtschaft zusammen mit Landwirt Ralf Demmerle hautnah zu erleben. "Der enge Kontakt zu den Tieren, insbesondere zu den Wasserbüffeln, hat mich sehr beeindruckt!“ oder "Selbst Käse hergestellt habe ich noch nie. Das war echt spannend!“, sind nur zwei der vielen begeisterten Kommentare, welche die Jugendlichen im Alter von 16 bis 20 Jahren, angesprochen auf die Höhepunkte der Woche, abgaben.

Die Früchte der Arbeit wurden zum Teil gemeinsam verkostet, zum Teil ins Netz gestellt. Unter www.umweltforscher.de kann man einen Blick auf die Arbeit der jungen Web-Designer werfen.

Das Thüringenjahr (im ökologischen Bereich) bezeichneten die Jugendlichen als gute Chance um in die Arbeitswelt hineinzuschnuppern und als sinnvolle Überbrückung zwischen Schule und Ausbildung. Die Einsatzstellen sind sehr vielfältig, von Bauern- und Reiterhöfen bis hin zu Jugendherbergen und Umweltinstitutionen. In den insgesamt 5 Seminaren während des freiwilligen Jahres soll die ökologische Weitsicht geschärft und den Teilnehmern neue Möglichkeiten zum Erhalt und Schutz der Umwelt aufgezeigt werden. Interessenten können sich an www.lpv.thueringer-wald@freenet.de wenden.

Luise Keil

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Thüringer Allgemeine, erschienen am 21.06.2005



Mittsommer in Hausen - ein Fest zum Mitmachen

Sichtlich von spielenden Kindern am Nachmittag und dem Regenguss am Abend gezeichnet steht der Mittsommerbaum auf dem - inzwischen leeren - Innenhof des NaturErlebnisHof Hausen. Die langen bunten Bänder sind teilweise abgerissen und um den Stamm gewickelt. Aber der Baum erzählt eine interessante Geschichte, war er doch Mittelpunkt des am Samstag stattfindenden Mittsommerfestes. Die Sonne lachte vom Himmel und versprach ein heiteres Fest - vorerst.

Das Programm begann mit dem gemeinsamen Schmücken besagten Baumes, woraufhin die "Singenden Raben“ vom Kindergarten Rabennest fröhliche Lieder und Tänze darboten. Im Anschluss daran zeigten die als Indianer verkleideten Kinder vom Pferdehof Wülfershausen die "Kunst auf dem Pferd“, eine mit großem Beifall honorierte Reit- und Voltigiervorführung. Und an Kunst zum Mitmachen wurde auch auf dem Hof einiges geboten. So konnten sich die Kinder beim "action painting“ mit Künstlerin Birgit Winter aus Remda so richtig austoben oder etwas von ihrer Energie in Ytong-Steine stecken, die es zu bearbeiten und zu bemalen galt. Bei dieser Arbeit stand ihnen der Bildhauer Heiko Börner aus Marlishausen mit Rat und Tat zur Seite. Wer sein Antlitz verschönern wollte, konnte unter liebevoller Anleitung von Frau Swittala einen der begehrten schwedischen Blumenkränze binden. Auch die Fans der schwedischen Buchautorin Astrid Lindgren kamen auf ihre Kosten. In einem Lesezelt entführten Mitarbeiter des Lebenshof Ettischleben die Kinder in nordische Gefilde und Bräuche. Dann wurde es wieder musikalisch. Die Breakdance-Gruppe "Flash Brakers“ der Volkshochschule erntete großen Beifall für ihre gelungene und schweißtreibende Darbietung. Danach kam dem Mittsommerbaum eine tragende Rolle zu, denn um ihr veranstaltete Kai Peters, Tanzlehrer in Hausen, einen schwedischen Kreistanz zu flotter Musik. Wer da ins Schwitzen gekommen war konnte sich bei einem frisch gezapften Bio-Bier abkühlen und mit einer Bio-Bratwurst vom hauseigenen Schwein stärken. Des Weiteren ließen viele Sorten Kuchen keine Wünsche offen.

Um den Horizont in Sachen Naturheilkunde zu erweitern stand Mirjam Schäfer, Heilpraktikerin aus Hausen, allen Interessierten Rede und Antwort. Auch über den Hof konnte man sich informieren, entweder in Form einer Führung oder einer Hofrallye. Beides stieß auf großen Anklang. Die von vielen Besuchern gelobte tolle Atmosphäre setzte sich auch am Abend fort, als die Band Folksmund die Bühne betrat. Mit ihren französischen und skandinavischen Folklore-Liedern heizten sie die Stimmung an. Da war es auch kein Problem, dass der Wettegott eine Sintflut herunter prasseln ließ. Im Gegenteil, so mancher Gast machte es sich auf der Bühne gemütlich, um nicht völlig durchweicht zu werden. Und dann wurde wieder getanzt. Unter fachkundiger Anleitung wurde aus jedem Tanzmuffel ein wahrer John Travolta und spätestens bei der Polka waren sich alle einig: Was für ein Fest!

Herzlichen Dank allen Helfern und Helferinnen, die zu dem guten Gelingen beigetragen haben, allen voran der Lebenshof e.V., der Pferdehof Wülfershausen, Almut Keil von der VHS Arnstadt, die fleißigen Kuchenbäckerin und alle Mitwirkenden vor und hinter der Bühne. Ein weiteres Dankeschön gebührt auch der Sparkasse Arnstadt-Ilmenau und der Land- und Kraftfahrzeugtechnik Marlishausen und für ihre finanzielle Unterstützung.

Luise Keil

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Pressetext



Die Volkshochschule lädt ein zum Mittsommerfest nach Hausen
 

Nach einem harten und schneereichen Winter ist er endlich da - der längste Tag im Jahr - Anlass genug am 25. Juni ab 11 Uhr nach schwedischem Brauch auf dem NaturErlebnisHof Hausen zu feiern.

Groß und Klein sind herzlich eingeladen mitzufeiern, denn das Mittsommerfest ist auch ein Mitmachfest. So helfen - nach schwedischem Vorbild - alle mit, den Mittsommerbaum mit Blumen und frischen Zweigen zu schmücken und aufzurichten, bevor er zum Tanze freigegeben wird.

Wer mag darf sich einen Blumenkranz als Haarschmuck binden oder sich am Infostand über schwedische Traditionen informieren. Andere können mit dem Bildhauer Heiko Börner Ytongsteine in Figuren verwandeln oder mit der Malerin Birgit Winter einen Ausflug in die Welt der Farben unternehmen. Fjordpferde vom Pferdehof Wülfershausen zeigen ihr Temperament bei einer wilden Reitvorführung sowie ihre nordische Gelassenheit beim Ponyreiten. Viele weitere Attraktionen stehen auf dem Programm: eine Voltigiervorführung, ebenfalls aus Wülfershausen, ein Vorlese-Zelt vom Lebenshof Ettischleben, das vom schwedischen Midsommar erzählt, eine Breakdance-Vorführung und ein Puppenspiel der VHS Arnstadt, ein Infostand über Naturheilkunde, eine Spielstraße für Jung und Alt, eine Hofrallye über den NaturErlebnisHof Hausen sowie Lieder und Tänze, vorgeführt vom Kindergarten Rabennest lassen jeden auf seine Kosten kommen. Darüber hinaus kann man sich über laufende und neue Kurse der Volkshochschule informieren, sich austauschen und Kursleiter kennenlernen.

Für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt, mit Kaffee und Kuchen, Bratwurst und Fassbier und natürlich mit typisch schwedischen Spezialitäten.

Ab 19 Uhr spielt die Band Folksmund aus Ilmenau mit Uwe Molzahn (Violine, Gesang), Uro_ Svete (Akkordeon, Gesang) und Christian Daether (Kontrabaß, Gesang). Das Konzertrepertoire besteht aus traditionellen Liedern und Tänzen aus dem keltischen wie skandinavischen Raum sowie eigenen Kompositionen. Dabei entstand eine Mischung aus traditioneller Folkmusik bereichert mit Grooves, Improvisationen und weiteren Elementen des Jazz. Konzerte führten die Band bisher durch ganz Deutschland, nach Belgien, Frankreich und Slowenien.

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AWO-Zeitung

Wer mit Kindern raus in die Natur geht, taucht ein in eine andere Welt. Eine Welt, die Spuren hinterlässt, bei den Kindern wie auch bei uns. Eine Welt, die herausfordert, uns auf Neues einzulassen und Veränderungen zu akzeptieren.

Eine Gruppe von Erzieherinnen hat diese Erfahrung im Rahmen der Fortbildung zur Naturpädagogin im Laufe des letzten Jahres gemacht. Als Referentin dieses Kurses freut es mich besonders, verfolgen zu dürfen, wie jede Pädagogin die neuen Erkenntnisse und Erfahrungen in ihrer Einrichtung entsprechend ihrer individuellen Möglichkeiten umsetzt.

Die einen gründen einen Waldkindergarten, die anderen führen einen Waldtag pro Woche oder ganze Waldwochen, regelmäßig über das Jahr verteilt durch. Allen gemein ist die große Begeisterung, die nicht selten auf das ganze Team abfärbt.

Folgende Äußerungen zeigen diese starke Identifizierung mit dem Thema:

"Nach 3 Jahren Praxis im Waldkindergarten kann ich mir nicht mehr vorstellen, wie ich es früher im Raum ausgehalten habe. Selbst im Winter möchte ich nicht tauschen!“ berichtet eine Waldkindergärtnerin aus ihrem Alltag.

Natur ist weit mehr als ein Abenteuerspielplatz - wir müssen nur ihre Sprache verstehen:

Was sagt, bzw. lehrt uns die Natur? Wir lernen Farben kennen, nicht die üblichen aus dem Malkasten, sondern die unzähligen anderen Schattierungen zwischen hell und dunkel. Wir lernen genau hinzuschauen. Wir lernen zu zählen, zu rechnen und Schätze zu tauschen. Wir lernen, dass Fische im Winter nur überleben können, weil es die Dichteanomalie des Wassers gibt. Wir lernen Gefahren kennen und wie man sich davor schützt. Wir kennen die Wirkung von Sonne, Wind und Regen, kennen Fuchsbandwurm und Zecken und wissen damit umzugehen. Wir erfahren, dass Stille gut tut und Natur ein Ort ist, neue Kräfte aufzutanken. Wir lernen ein kleines Stückchen Zuhause kennen. Wir lernen miteinander zu kommunizieren, Erlebnisse auszutauschen und Fantasie zu entwickeln. Wir erkennen, dass jeder in der Gruppe Stärken und Schwächen hat. Wir lernen unsere Grenzen kennen, denn Natur ist nicht immer nur idyllisch. Manche Tage überstehen wir nur, wenn die Gruppe zusammenhält. Aber uns ist auch klar, dass Konkurrenz notwendig ist, damit lebendige Systeme dauerhaft überleben.

Wir wissen, was wir aus der Natur essen können, wie wir es zubereiten, welches Holz am besten brennt, woraus man Körbe flicht und Flöten baut. Wir erfahren, dass wir beim Spielen lernen und dass Lernen mit Spaß und Lachen zusammen gehört. Wir lernen zu improvisieren und aus nichts viel zu machen. Wir lernen Zeiträume kennen, und erfahren, dass das einzig Konstante in der Natur der stete Wandel ist....

Das Staunen hört nicht auf, sondern beginnt oft erst dort, wo man schon etwas weiß. Vielleicht habe ich Ihr Interesse wecken können, gemeinsam mit uns die "Sprache der Natur“ in dem Wechsel der Jahreszeiten zu erlernen und im Sinne von Franz Kafka zu erleben:

"In den Wäldern sind Dinge über die Nachzudenken man jahrelang im Moos liegen könnte.“ (FRANZ KAFKA)

Christina Peters, Referentin der Fortbildung zur Naturpädagogin, Start 10.-14.10.2005

 

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Thüringer Allgemeine, erschienen am 01.02.2005

Ziegen und Schafe erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Wenn die Tiere im Stall stehen und gerade keine Lammzeit ist, haben Schaf- und Ziegenhalter Muße, sich fortzubilden und das kommende Jahr zu planen.

Dies belegt das rege Interesse am Samstag, den 29.01.05, als 15 Kursteilnehmer aus ganz Thüringen auf den NaturErlebnisHof Hausen kamen, um ihre Kenntnisse in artgerechter Schaf- und Ziegenhaltung zu erweitern.

Fachlich fundiert und gleichzeitig praxisnah erläuterte die Referentin Heike Lenz von der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft Eigenarten und Bedürfnisse von Schaf und Ziege. In Wort und Bild wurden verschiedene Haltungssysteme vorgestellt, die Fütterung eingehend besprochen und Behandlungen im Krankheitsfall erörtert. Dem absoluten Neuling mag der Kopf zwischendurch geraucht haben: Flushing-Fütterung vor der Deckzeit, Fütterung von hoch- und niedertragenden Tieren oder Bocklämmermast - da ist der Rasenmäher doch schneller angeworfen. Aber dieser überrascht nicht mit kulinarischen Delikatessen und ist auch kein so hervorragender Landschaftspfleger wie Schaf und Ziege, die verbuschtes Gelände offen halten und damit vielen Wiesenbrütern einen Lebensraum schaffen.

Ein Großteil der Kursteilnehmer war bereits Schaf- oder Ziegenhalter und bereicherte die Theorie mit anschaulichen Beispielen aus der Praxis. Abgerundet wurde der Kurs durch eine praktische Durchführung des Klauenschnitts, bei dem alle Teilnehmer selbst Hand anlegen und unter fachkundiger Anleitung eines Schäfers die Klauenpflege üben konnten.

Christina Peters, Organisatorin des Kurses, möchte im Rahmen der VHS Arnstadt-Ilmenau weitere Kurse rund um Kleinstlandwirtschaft und Selbstversorgung anbieten. Allein das Thema Schaf und Ziege könnte mehrere Wochenenden füllen; so sind neben der allgemeinen Haltung auch speziellere Kurse wie z.B. Milchschafe und ­ziegen, Käseherstellung, Kochkurse rund um Lamm und Zicklein oder Homöopathie in der Stallapotheke angedacht. "An Ideen mangelt es nicht“, meint sie, "es ist nur nicht immer leicht, geeignete Referenten zu finden.“ Daher nochmals ein ausdrückliches Dankeschön an Frau Lenz und Herrn Beyersdorf für ihren engagierten Einsatz!

Wer sich für Kurse zum Thema Selbstversorgung interessiert erfährt mehr unter 03628/584249.

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Thüringer Allgemeine, erschienen am 16.02.2005

Es begann mit einer Anfrage zweier Lehrerinnen des Marienstifts, das Thema Getreide mit ihren Schülern praktisch umzusetzen. Auf dem NaturErlebnisHof Hausen erkundeten die Kinder die alte Mühle, mahlten Körner mithilfe von Steinen zu Mehl, lernten verschiedene Getreidesorten kennen, kneteten mit Feuereifer Hefeteig und verkosteten stolz ihre ofenwarmen Brötchen.

Inzwischen gibt es 14 verschiedene Bildungsprogramme, die von Schülern der Klassenstufe 1-12 besucht werden können. Allen gemeinsam ist das Erlebnis, dass Lernen Spaß macht und dass die Natur uns Anschauungsmaterial bietet, um komplexe Zusammenhänge zu verstehen. "Wir greifen gerne Themen aus dem Lehrplan auf und setzen sie erlebnisorientiert in die Praxis um“, meint Christina Peters, seit 9 Jahren als Umweltpädagogin im außerschulischen Bereich tätig. "Dabei helfen mir die Erfahrungen aus der Arbeit mit Schulklassen in verschiedenen Nationalparken, aber auch die Resonanz vor Ort“. Ob es um die Dynamik von Fließgewässern geht, um Fragen einer nachhaltigen Landnutzung oder um einen ästhetischen Zugang zu Natur ­ fast jedes Thema lässt sich in jeder Altersstufe umsetzen. Bei jüngeren Kindern steht natürlich die sinnliche Erforschung und spielerische Heranführung vor dem Vermitteln von Wissen, während höhere Klassenstufen im Rollenspiel, im Interview oder in Kleingruppenarbeit ihre Kenntnisse erweitern und vertiefen. Gleichzeitig mit dem ersten Schneefall ist das Programm "Ein Winterspaziergang“ fertig geworden, für alle, die sich auch bei Kälte nicht scheuen rauszugehen. Jede Jahreszeit hat ihre Reize. Im Winter lassen sich Bäume anhand ihrer Gestalt oder ihrer Knospenform bestimmen, Überwinterungsstrategien verschiedener Tiere kennen lernen, man kann eine Schneehöhle bauen, Singvögel beobachten, physikalische Experimente durchführen und sich am Feuer wärmen.

Neu in diesem Jahr sind auch mehrtägige Angebote für Klassenfahrten und Projektwochen. "Hier arbeiten wir eng mit Kooperationspartnern zusammen, um unser eigenes Angebot zu erweitern. Hinzu kommen Teamtrainings, Trainings zur Berufsorientierung, Kunstprojekte und Workshops in Design, Architektur und Medienbildung“ erklärt Christina Peters. Weitere Informationen unter www.naturerlebnishof.de.

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